GEGENSCHUSS - AUFBRUCH DER FILMEMACHER

Rainer Werner Fassbinder. Werner Herzog. Wim Wenders. Drei Regisseure, deren Namen für den Aufbruch des westdeutschen Kinos aus der jahrzehntelangen Bedeutungslosigkeit der Nachkriegszeit stehen. Mit Filmen wie ANGST ESSEN SEELE AUF, JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE oder IM LAUF DER ZEIT beginnt ab 1970 eine Blütezeit des deutschen Films, die weltweit Aufsehen erregt. Zum ersten Mal seit der goldenen Ära des Expressionismus' in den 1920er Jahren gibt es wieder deutsche Filmemacher, deren Arbeiten international Beachtung und Anerkennung finden. Maßgeblich mit verantwortlich für diesen Aufbruch ist der Filmverlag der Autoren - eine Produktions- und Verleihgenossenschaft, die im April 1971 von 13 Filmemachern in München gegründet wird. Zu den ersten Mitgliedern zählen neben Wim Wenders u.a. Uwe Brandner, Michael Fengler, Hans Noever, Peter Lilienthal, Thomas Schamoni und Laurens Straub. Ab 1971 produziert und verleiht der Filmverlag der Autoren die Filme seiner Mitglieder, sowie die anderer unabhängiger Filmemacher wie Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, Alexander Kluge, Helma Sanders-Brahms und Werner Schroeter. Innerhalb weniger Jahre wird aus dem Filmverlag die wichtigste Plattform einer ganzen Generation von deutschen Filmemachern. Heute ist klar: Ohne den Filmverlag der Autoren kann die Geschichte des neuen deutschen Films nicht geschrieben werden. Aufbruch der Filmemacher ist ein Programm füllender Kinodokumentarfilm, der die Geschichte dieses ungewöhnlichen Autorenkollektivs erzählt - von den ersten Anfängen in München Mitte der 1960er Jahre über die Welterfolge von Cannes bis zum Auseinanderbrechen der Gruppe im Jahr 1977. Aufbruch der Filmemacher ist aber viel mehr als nur eine filmhistorische Dokumentation: Es ist das Portrait einer Künstlergemeinschaft, ein Generationenportrait. Aufbruch der Filmemacher stellt die wichtigsten Protagonisten des deutschen Filmwunders der 1970er Jahre vor und fragt nach den gesellschaftspolitischen Hintergründen dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte: Denn der Kampf einer kleinen Gruppe junger, unabhängiger Autorenfilmer für selbst bestimmte Arbeitsbedingungen, gegen die Fremdbestimmung durch eine kapitalstarke Altproduzentenbranche - das ist auch der Konflikt zwischen der ersten deutschen Nachkriegsgeneration und ihren Vätern, die das Handwerk noch in der Filmindustrie des Dritten Reiches erlernt haben. Interviews, Filmausschnitte und seltene, teilweise noch unveröffentlichte Archivaufnahmen verweben die Filmemacher Laurens Straub und Dominik Wessely zu einer rise-and-fall story, die über alle Ingredienzien einer großen Kinoerzählung verfügt: Freundschaft. Erfolg. Eifersucht. Zerstörung. Tod. Mit: Hark Bohm, Uwe Brandner, Michael Fengler, Rainer Werner Fassbinder, Peter Fleischmann, Veith von Fürstenberg, Hans W. Geissendörfer, Werner Herzog, Alexander Kluge, Peter Lilienthal, Hans Noever, Thomas Schamoni, Laurens Straub, Wim Wenders, sowie Margret Menegoz, Linda Myles, Tom Luddy, Dan Talbot und vielen anderen.